Portfolio Korrelationen

Portfoliotheorie

Die internationalen Finanzmärkte sind vernetzt und zum Teil voneinander abhängig. Was wie ein undurchdringlicher Dschungel von Verflechtungen wirkt, lässt sich zumindest dank statistischer Daten ein wenig entwirren.

So entwicklen sich keinesfalls alle Börsen und Assetklassen gleich. Dem Anleger kann die Korrelationsanalyse daher einen wichtigen Anhalt über die Zusammenstellung seines Depots geben.

Die Analyse der Korrelationen von Märkten und Assetklassen zueinander, ist eine Grundlage der Portfoliotheorie. Die Korrelation ist ein statistisches Zusammenhangsmaß. Sie wird aus einem Datensatz historischer Kurse und somit Wertschwankungen berechnet.

Spricht man von einer Korrelation in der Portfoliotheorie, so werden stets zwei Märkte oder Assetklassen untereinander verglichen. Beispielsweise könnte man versuchen ein Aussage über den Zusammenhang der Wertentwicklung von Aktien und Anleihen zu treffen. Grund hierfür ist die Zielsetzung der Risikodiversifizierung. Warum sollte ein Anleger Aktien und Anleihen in sein Depot aufnehmen, wenn diese die gleichen Wertentwicklungen und Wertschwankungen aufweisen?

Dem ist natürlich nicht so. Aktien und Anleihen korrelieren negativ zueinander, wie es der Statistiker formuliert. Für den Laien sei erklärt, dass eine Korrelation stets zwischen -1 und 0 und 0 und 1 liegen kann. So würde eine Korrelation von 0,8 auf einen starken Zusammenhang hindeuten, während eine Korrelation von -0,8 auf einen entgegengesetzten Zusammenhang verweist. Eine Korrelation von 0 sagt aus, dass zwischen den betrachteten Datensätzen keinerlei Zusammenhang besteht.

Im Zeitraum zwischen 1960 und 2007 korrelierten deutsche Anleihen zu deutschen Aktien mit -0,44. Dieses sagt aus, dass Anleihen in fast der Hälfte aller Fälle eine andere Richtung einschlugen, als Aktien. Anleihen eignen sich daher zur Diversifizierung eines aktienlastigen Depots. Im gleichen Zeitraum wiesen offene Immobilienfonds eine Korrelation nahe 0 zu Aktienfonds auf. Daher eignen sich grundsätzlich auch diese, um fallenden Aktienkursen entgegenzuwirken.

Nun wissen wir, dass offene Immobilienfonds sich unabhängig und Rentenfonds sich gegensätzlich zu Aktienfonds entwickeln. Dieses ist wichtiges Grundwissen für die Zusammenstellung eines Depots, welches unserem Risikobewusstsein entspricht. Was allerdings fehlt, ist die Betrachtung der unterschiedlichen Finanzmärkte, genauergenommen der Regionen.

Nehmen wir an, Sie möchten den Dax, den Eurostoxx 50 und den Nikkei 225 im Depot haben. Auf die Diskussion einer fundamentalen Eignung dieser Märkte sei an dieser Stelle verzichtet. Viel wichtiger ist die Frage, wie verhalten sich die Märkte zeinander.

An dieser Stelle greifen wir einmal auf eine Tabelle mit Datensätzen der Webseite portfoliotheorie.com zurück. Das allgemein zugängliche Material bezüglich der statistischen Korrelation von Märkten ist begrenzt, daher sei Ihnen an dieser Stelle ein Besuch der genannten Webseite empfohlen.

Auf Basis des betrachteten Zeitraums zwischen 1997 und 2004 entwickelten sich der Eurostoxx 50 und der Nikkei 225 mit einer Korrelation von 0,52. In mehr als 52 % der Fälle schlugen die Indizes die gleiche Richtung ein. Der DAX und der Eurostoxx 50 wiesen in diesem Zeitraum eine Korrelation von 0,96 auf. Die beiden Indizes entwickelten sich also nahezu gleich.

Die Aussage: Wenn Sie als Anleger die Risiken eines Dax Engagements abmildern möchten, ist der Eurstoxx 50 die falsche Wahl. Es macht aus Sicht einer angemessenen Diversifizierung wenig Sinn, beide innerhalb eines Depots abzubilden.

Thema: Moderne Portfoliotheorie

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